Botschafter des Landespräventionsrates besucht Frankfurter Schule

Ioannis Amanatidis macht sich nicht nur im Abstiegskampf stark: Botschafter des Landespräventionsrates besucht Frankfurter Schule und redet mit Schülern über Gewalt, Sport und Migration

Frankfurt.- „Ich freue mich, dass Ioannis Amanatidis sich als Botschafter des Landespräventionsrates so aktiv in die hessische Präventionsarbeit einbringt. Als herausragender Sportler ist er ein Vorbild für die Jugend und sein besonderes persönliches Engagement hilft dem Präventionsrat bei seinen Bemühungen, Kriminalität vorzubeugen“, erklärte der Hessische Justizminister Jürgen Banzer heute in Wiesbaden anlässlich der jüngsten Aktivitäten des Bundesligafußballspielers, der sich Anfang des Monats an dem Präventionstag der Bundespolizei in Frankfurt am Main beteiligt hatte und in dieser Woche eine Frankfurter Schule besuchte.

„Integrationsprobleme sind häufig auf Defizite in der Kommunikation zurückzuführen – oft auch unter Jugendlichen. Mit Veranstaltungen wie der heutigen will ich als Botschafter des Landespräventionsrates dazu beitragen, Jugendlichen zu vermitteln, wie wichtig es ist, aufeinander zuzugehen und miteinander zu reden.“ Mit diesen Worten beschrieb Ioannis Amanatidis den Schülern einer 11. Klasse der Carl-von-Weinberg-Schule in Frankfurt-Goldstein am Montag die Gründe für sein Engagement im Landespräventionsrat.

Der Landespräventionsrat widmet sich seit Jahren neben anderen wichtigen Bereichen in einer eigenen Arbeitsgruppe auch dem Thema „Jugendkriminalität“. Im Rahmen seiner gesamtgesellschaftlichen Präventionsarbeit geht der Landespräventionsrat davon aus, dass Kriminalprävention umso erfolgreicher ist, je früher sie ansetzt. Der Landespräventionsrat hat daher stets der Arbeit im Jugendbereich, insbesondere an den Schulen, besondere Bedeutung beigemessen. Dieser Ansatz wird auch vom Botschafter des Landespräventionsrates, Ioannis Amanatidis, unterstützt. „Es ist wichtig, dass Kindern schon früh Werte und Normen vermittelt werden; Kinder müssen von klein auf lernen, gewaltfrei und respektvoll miteinander umzugehen“, führte er bereits anlässlich seiner Vorstellung als Botschafter des Landespräventionsrates im Januar 2007 aus.

Die Carl-von-Weinberg-Schule besuchte Ioannis Amanatidis zu einer Unterrichtseinheit in einer 11. Klasse, die ganz im Zeichen der offenen Kommunikation stand. Schwerpunkte waren dabei die Bereiche Sport, Lebensplanung, Gewalt und Migration.

Die Carl-von-Weinberg-Schule, deren Schüler zu ca. 50% einen Migrationshintergrund haben, widmet sich in Zusammenarbeit mit Sportfachverbänden und dem Olympiastützpunkt Frankfurt- Rhein-Main der Förderung junger Sportler(innen), indem sie die Doppelbelastung Schule und Leistungssport durch entsprechende Organisation des Trainings- und Stundenplans aufzufangen versucht. Mit Ioannis Amanatidis, der selbst im Alter von 9 Jahren als Migrant nach Deutschland gekommen ist und dem es trotz der anfangs fehlenden Sprachkenntnisse und der späteren Doppelbelastung durch seinen mit Unterrichtsausfall einhergehenden Einsatz im Fußball-Profi-Kader, gelungen ist, die Realschule erfolgreich abzuschließen, konnten die Schüler der 11. Klasse – viele darunter Leistungssportler – an diesem Tag intensiv ihre Erfahrungen austauschen.

Unter Anleitung ihrer Lehrerin, Frau Anja Beisheim, waren die Schüler und ihr Gast zu Beginn gefragt, das Zutreffen verschiedener Thesen auf ihr eigenes Leben zu prüfen. Wer Fragen wie „Will ich Sport zu meinem Beruf machen?“, „Habe ich einen Migrationshintergrund?“, „Bin ich schon einmal mit jemandem in Konflikt geraten?“, „Habe ich je Gewalt miterlebt oder selbst erfahren bzw. bin bei Gewalt eingeschritten?“ für sich bejahte, konnte sich in der Sitzkreismitte einfinden und dort den anderen seine Erfahrungen schildern. Auf diese Weise wurde den Schülern veranschaulicht, wie wichtig das Wissen um die Erfahrungen ihres Gegenübers ist, um Vorurteile abzubauen und dessen Verhaltensweisen besser zu verstehen.

Für den 2. Teil der Unterrichtseinheit hatten sich die Schüler im Vorfeld Gedanken um ihre „Lebenskreise“ gemacht und zu diesem Zweck die Faktoren zusammengestellt und gewichtet, die ihr bisheriges Leben beeinflusst haben. Zwei Schülerinnen trugen die Auswertung vor: Bei den meisten rangierten Familie, Freunde, Schule, Sport und Musik auf den ersten Plätzen. Die anschließende Diskussion über die Bedeutung der einzelnen Faktoren führte die Schüler auch zu der Frage, welche Ziele sie im Leben verfolgen. Mit Ioannis Amanatidis kamen die Schüler dabei schnell überein, dass die Schaffung eines sicheren Lebensmittelpunkts – z.B. durch Gründung einer Familie oder Sesshaftwerden – ein zentrales Lebensziel darstellt.

„Es ist wichtig, mit Zielen zu leben“, gab Ioannis Amanatidis den Schülern abschließend mit auf den Weg. „Die Kunst ist, herauszufinden, was man gut kann – bei jedem gibt es da etwas. Man sollte sich die Frage stellen, wohin man will, und darauf kontinuierlich hinarbeiten.“

Nach einer abschließenden Autogrammstunde bei Kaffee und selbstgebackenen Kuchen im Klassenverbund erhielten auch die Schüler, die lange nach Unterrichtsschluss bis in die späten Nachmittagsstunden vor der Schule gewartet hatten, um einen Blick auf ihr Idol zu werfen, Gelegenheit, ein Autogramm zu ergattern.

Carl-von-Weinberg-Schule

Die Carl-von-Weinberg-Schule ist seit Sommer 2005 eine integrierte Gesamtschule mit pädagogischer Nachmittagsbetreuung und gymnasialer Oberstufe. Seit 1996 gibt es die Zusammenarbeit von Sportfachverbänden, dem Olympiastützpunkt Frankfurt-Rhein-Main und der Carl-von-Weinberg-Schule. Diese Organisationen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Doppelbelastung Schule und Leistungssport so zu organisieren, dass keiner der Bereiche zu kurz kommt. Ca. 150 Schüler(innen) werden in den Sportarten Basketball, Handball, Fußball, Geräteturnen, Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis und Volleyball gefördert. Die Förderung erfolgt im Nachwuchsbereich von Sportler(innen) aus der Region Frankfurt-Rhein-Main sowie im Bereich der Spitzensportförderung (A, B, C Kader) in Zusammenarbeit mit dem Sportinternat „Haus der Athleten“.

Jungen Leistungssportlern/-sportlerinnen bietet die Carl-von-Weinberg-Schule folgende Angebote:

  1. Sportklassen in den Jahrgängen 5 und 6
  2. Hausaufgabenbetreuung für Sportler(innen) der Mittelstufenklassen
  3. Freistellung vom Unterricht für Trainings- oder Wettkampfmaßnahmen nach Absprache mit den Verbänden
  4. Trainingsmöglichkeiten am Vormittag, die in den Stundenplan integriert werden
  5. Sportkoordinatoren als Ansprechpartner für Probleme im Spannungsfeld Schule-Leistungssport
  6. Laufbahnberatung
  7. Wahlpflichtunterricht Sport und Gesundheit für Realschüler(innen)
  8. Sport als Leistungskurs in der gymnasialen Oberstufe.
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